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Unternehmerfrühstück bei der Schmitz-Mertens & Co. KG – Kaffeerösterei

Mittwoch, 26. September 2018

„Beispiel für unternehmerischen Mut“ im Premium-Segment

Rund 250 Tonnen Kaffee im Premium-Segment produziert der Troisdorfer Familienunternehmer Wolfgang Schmitz-Mertens im Jahr in seiner denkmalgeschützten, 1914 errichteten Kaffeerösterei im Oberlarer Gewerbegebiet. Am 26. September stellte er sein in fünfter Generation geführtes Familienunternehmen bei einem Unternehmer-Frühstück des Unternehmer-Clubs pro Troisdorf und der Wirtschaftsförderung TROWISTA vor. Das 1863 als Kolonialwarenladen in Spich gegründete Unternehmen beschäftigt heute 15 Mitarbeiter.

„Die Niedrigpreis-Rallye im Kaffeesegment hat Schmitz-Mertens nie mitgemacht – das ist eins der Beispiele für unternehmerischen Mut“, erklärte pro Troisdorf-Vorstandsvorsitzender Christian Seigerschmidt. Ein Geschmacksgeheimnis bei Schmitz-Mertens-Kaffee ist die erheblich längere Röstzeit. Discount-Kaffeehersteller rösten die Bohnen meistens bei 375 Grad, dafür aber nur 90 Sekunden bis zweieinhalb Minuten. Dazu erklärte Familienunternehmer Wolfgang Schmitz-Mertens: „Die feinen Aromen aus der Kaffeebohne entfalten sich vollständig aber erst nach neun bis zwölf Minuten bei nur rund 200 Grad.

“Mit den hochwertigen Kaffees aus Troisdorf behauptet sich Schmitz-Mertens erfolgreich im B2B-Sektor. Kunden kommen aus der Gastronomie und der Industrie (zum Beispiel Krüger). Schmitz-Mertens röstet auch Kaffees der Hausmarke des Handelshofes in Köln. Ein wichtiges Element im Vertrieb: „Wir machen es ähnlich wie Telekommunikationsgesellschaften, die subventionierte Handys anbieten: Wir bieten den Kaffee UND die passenden Kaffeemaschinen zu einer günstigen Rate. Im Gegenzug nehmen die Anwender unseren Kaffee.

“Mit Produkten unter eigenem Label bedient man im hochwertigen Segment auch die Handelskette Rewe. In Troisdorf ist Schmitz-Mertens-Kaffee im Café Schlich und bei Kirschner erhältlich. Im Dezember 2017 wurde ein Webshop eröffnet. Geschäftlichen Rückenwind erhält Schmitz-Mertens durch den von Marken wie Starbucks getriebenen Trend zum hochwertigen Kaffeegenuss. „Auch Supermärkte bieten inzwischen wieder Kaffees bis in Preisregionen jenseits der 20 Euro für ein Kilogramm an. REWE, HIT oder Edeka fragen unseren Kaffee nach – weil Produkte aus der Region wieder gefragt sind und weil sie sich von Discountern unterscheiden wollen“, so Schmitz-Mertens.

TROWISTA-Chef Thomas Zacharias: „Herr Schmitz-Mertens ist ein Unternehmer mit Geschmack. Konsequent der Produktqualität verschrieben, führt er die über 150jährige Familientradition erfolgreich fort.“

Seit1997 ist Wolfgang Schmitz-Mertens Chef des Familienunternehmens. Er trat nach dem Tod des Vaters in die Geschäftsführung der Schmitz-Mertens & Co. KG ein. „Ich bin als Unternehmer ins kalte Wasser geworfen worden“, sagt er im pro Troisdorf-Interview mit Christian Seigerschmidt und Carsten Seim. Der studierte Betriebswirt und Cellist hatte ursprünglich Musikmanager werden wollen. Erfahrungen im Kaffee-Geschäft hatte er zuvor bereits beim Großröster Dallmayr gesammelt.

Im Gespräch mit dem pro Troisdorf-Vorstandsvorsitzenden Christian Seigerschmidt schilderte der Troisdorfer Kaffeeröster ein weiteres Beispiel für unternehmerischen Mut. Sein Großvater Heinrich Schmitz-Mertens verhinderte in der Endphase des Krieges eine sogenannte „Führeranordnung“ des Oberlarer Ortsgruppenleiters: Das Werk sollte unwiderruflich zerstört werden, damit es dem „dem Feinde keinerlei Nutzen“ bringen kann. Schmitz-Mertens: „Mein Großvater Heinrich hat den Waggon mit Sprengstoff mit dem Bemerken, dass er an der falschen Adresse sei, wieder weggeschickt. Dank seines Mutes sitze ich heute in denkmalgeschützten Mauern – mit Nachteilen, aber auch mit Vorteilen, weil eine solche alte Fabrik sehr viel besser zu unseren hochwertigen Produkten passt als eine moderne Halle.“

Das pro Troisdorf-Interview mit Wolfgang Schmitz-Mertens ist nachzulesen auf www.unternehmer-troisdorf.de.

Blick in die Produktion - hier werden die Bohnen geröstet.

Hygiene ist unabdingbar - Betriebsführung in Schutzkleidung.

Die denkmalgeschützte Kafferösterei an der Boschstraße

Fotos: Carsten Seim für pro Troisdorf e.V.

 

Fact Sheet Schmitz-Mertens & Co. KG – Kaffeerösterei

Geschäftsführung:

Wolfgang Schmitz-Mertens trat 1997 nach dem Tod des Vaters in die Geschäftsführung der Schmitz-Mertens & Co.KG ein. Seit 2002 ist er alleiniger Chef. Der studierte Betriebswirt wollte ursprünglich Musikmanager werden. Erfahrungen im Kaffee-Geschäft hatte er zuvor bereits beim Großröster Dallmayr gesammelt.

Produktion, Kunden-Portfolio und Jahresumsatz:

250 Tonnen hochwertigen Kaffee röstet man pro Jahr. Dies geschieht bei im Vergleich zur Billig-Konkurrenz längeren Röstzeiten und niedrigeren Temperaturen. So entfalten sich nach Angaben von Schmitz-Mertens viele Aromastoffe des Kaffees erst.

B2B:

Kunden kommen aus der Gastronomie und der Industrie (zum Beispiel Krüger). Schmitz-Mertens röstet auch Kaffees der Hausmarke des Handelshofes in Köln.

B2C:

Mit Produkten unter eigenem Label bedient man im hochwertigen Segment auch die Handelskette Rewe. In Troisdorf ist Schmitz-Mertens-Kaffee im Café Schlich und bei Kirschner erhältlich. Im Dezember 2017 wurde ein Webshop eröffnet.Jahresumsatz: um 4 Millionen Euro.Mitarbeiter: 15Vertriebsgebiet: 180 km Radius rund um Troisdorf. Regionen Köln-Bonn-Düsseldorf-Ruhrgebiet-Sauerland. Im Süden bis nach Rheinland-Pfalz und den Odenwald.

Unternehmens-Historie:

1863 durch Wilhelm Mertens gegründet

1914 Bau der Kaffeefabrik am heutigen Standort im Gewerbegebiet Oberlar.

1945 Einem Zerstörungsbefehl des Oberlarer Ortstgruppenleiters in der Endphase des Krieges entging die Fabrik, weil Heinrich Schmitz-Mertens den Sprengstoff-Waggon wieder wegschickte. Wolfgang Schmitz-Mertens bewahrt ihn heute noch im Schreibtisch seines Großvaters Heinrich auf, an dem er bis heute arbeitet.

1946 Wiederaufnahme des Betriebes.