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Unternehmerfrühstück in der Gewerbeabfallsortieranlage Troisdorf

Freitag, 28. Juni 2019

65 000 Tonnen Gewerbeabfälle im Jahr

(v.l.) Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski, TROWISTA-Geschäftsführer Thomas Zacharias, ERS-Geschäftsführer Michael Dreschmann, REMONDIS-Niederlassungsleiter Nicolas Müller und pro-Troisdorf Vorsitzender Christian Seigerschmidt.

Ein „Rundum-Sorglos-Paket für Gewerbekunden“ bieten die an der Josef-Kitz-Straße ansässigen Entsorgungsunternehmen REMONDIS und ERS, Tochter der RSAG. Sie stellten sich am 27. Juni bei einem Unternehmerfrühstück des Unternehmer-Clubs pro Troisdorf und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft TROWISTA mit ihren Services vor. Gastgeber waren REMONDIS-Niederlassungsleiter Nicolas Müller und ERS-Geschäftsführer Michael Dreschmann. Im Mittelpunkt dieses Termins stand eine Besichtigung der vollautomatischen REMONDIS-Gewerbeabfallsortieranlage Troisdorf. Mehr als 80 Troisdorfer Unternehmerinnen und Unternehmer waren der Einladung gefolgt.

Seit Anfang 2019 sortiert diese Anlage Gewerbeabfälle mit einer Kapazität von bis zu 20 Tonnen pro Stunde nach Fraktionen wie Holz, Papier und Pappe, Eisenmetalle, Nichteisenmetalle und verschiedene Sorten Kunststoffe. Das Ziel, so REMONDIS-Niederlassungsleiter Nicolas Müller, ist das möglichst weitgehende Recycling. REMONDIS engagierte sich für die Anlage mit einem zweistelligen Millionen-Investment. Die Anlage arbeitet vollautomatsch. Ein Schredder kann Teile bis zu einer Länge von fünf Metern verarbeiten. Es folgen verschiedene weitere Sortierstufen.

Dazu Nicolas Müller im Gespräch mit dem pro Troisdorf-Vorstandsvorsitzenden Christian Seigerschmidt: „Nach dem Schreddern folgt eine Siebung. Ganz kleine Teile, die nicht sortierfähig sind, werden sofort als Sortierreste für die Verbrennung herausgesteuert. Nach der Siebung werden Folien abgesaugt. Dann werden Eisenmetalle und Nichteisenmetalle entnommen. Anschließend durchläuft das Material eine Kunststoffkaskade mit sogenannten Auto-Sort-Geräten. Die Anlage verfügt über Nahinfrarotgeräte. Diese können über das Spektrum die Struktur und Art des jeweiligen Kunststoffs erkennen: PE, PP, PET oder PVC. Das funktioniert aber nur bei farbigen, nicht bei schwarzen Kunststoffen. Die jeweiligen Kunststoffarten werden dann über eine Luftdüsenleiste ausgeschossen.“

REMONDIS und ERS arbeiten am Standort Josef-Kitz-Straße teilweise in sich überschneidenden Geschäftsfeldern – dazu zählt das Container-Geschäft. Die Nachbarschaft der beiden Unternehmen ist aber auch symbiotisch.

Dazu ERS-Geschäftsführer Michael Dreschmann: „Wir betreiben hier eine Sperrmüll-Sortieranlage und den Umschlag für diverse Abfälle. Wenn es aber um die Sortierung von Fraktionen aus Gewerbeabfallgemischen – wie Kunststoffe und Metalle – geht, wenden wir uns an die REMONDIS nebenan.“ Beide Standorte sind durch eine Feuerwehrzufahrt verbunden. REMONDIS-Niederlassungsleiter Müller: „Da bot sich eine Kooperation an.“ Die REMONDIS wendet sich dabei eher an größere Kunden, die ERS bedient in der Regel kleinere und mittlere Unternehmen, KMU. Dreschmann: Wir haben diesen Schwerpunkt und das spezielle Service-Know-how für kleinere und mittlere Unternehmen auch, weil unsere Muttergesellschaft versiert darin ist, geringere Mengen von Privat zu verarbeiten.“

Die automatische Sortieranlage in der Josef-Kitz-Straße bedient die Anforderungen der 2017 in Kraft getretenen Gewerbeabfallverordnung. ERS-Geschäftsführer Nicolas Müller im Gespräch mit Christian Seigerschmidt: „Diese schreibt jedem Gewerbetreibenden vor, seine Abfälle nach Fraktionen zu trennen – zum Beispiel Holz, Metalle, Papier, Kunststoffe, Glas, Alttextilien oder biogene Abfälle. Nur das, was ein Gewerbetreibender selbst vor Ort nicht trennen kann, soll er als Gemisch einem Entsorger wie uns übergeben.“

Probleme beim Müll-Recycling bereiten zunehmend auftretende Komposit-Materialien. ERS-Geschäftsführer Michael Dreschmann im pro Troisdorf-Interview: „Wir stellen fest, dass es immer mehr kombinierte Materialien gibt. Das erschwert das Recycling. Das gilt beispielsweise auch für Verbundsysteme in der Dämmung. Diese bestehen heute aus mehreren miteinander verklebten Materialien. Das sind Abfälle von Morgen, für die es aktuell keine nachhaltigen Recyclingmöglichkeiten gibt.“ REMONDIS-Niederlassungsleiter Nicolas Müller: „Die Probleme mit modernen Verbundmaterialien werden in Zukunft noch steigen – zum Beispiel bei Autos, die auch im Zuge der E-Mobilität immer leichter werden sollen.“ Auch für die aus Verbundmaterialien bestehenden Rotorblätter von Windrädern gibt es seinen Worten nach „keinen nachhaltigen Entsorgungsweg“. Ungeklärt sei auch die Entsorgung der Akkus von E-Fahrzeugen.

Fazit der Veranstalter des Unternehmerfrühstücks am 27. Juni:
pro Troisdorf-Vorstandsvorsitzender Christian Seigerschmidt: „Die in der Josef-Kitz-Straße verarbeiteten Dimensionen zeigen die Bedeutung der Entsorgungswirtschaft für unsere Wirtschaft. Die RSAG-Gruppe verarbeitet im Rhein-Sieg-Kreis jährlich 300 000 Tonnen Abfall. Die REMONDIS-Gewerbeabfallsortieranlage Troisdorf hat einen Jahresdurchsatz von 65 000 Tonnen Gewerbeabfällen.“

TROWISTA-Geschäftsführer Thomas Zacharias: „Infrastruktur zur Ver- und Entsorgung sind Standortfaktoren für Unternehmen. Dass über die Entsorgung kaum gesprochen wird, zeigt wie gut und selbstverständlich diese in Troisdorf funktioniert. „Die gastgebenden Unternehmen zeigen, mit wie viel Know-how und Technikeinsatz daran gearbeitet wird.“

(Text: Carsten Seim für pro Troisdorf e.V)

 

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Rundgang durch die Sortieranlage

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Mehr als 80 Unternehmerinnen und Unternehmer waren der Einladung gefolgt.