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Erstes virtuelles Unternehmerfrühstück aus den RheinlandStudios

Freitag, 28. Mai 2021

Parlamentarische Staatssekretärin Elisabeth Winkelmeier-Becker und Troisdorfs Bürgermeister Alexander Biber über Pandemie-Folgen und Chancen neuer Technologien.

(v.l.n.r.) TROWISTA-Geschäftsführer Wolf-Dieter Grönwoldt, Bürgermeister Alexander Biber, pro Troisdorf-Vorstandsvorsitzender Christian Seigerschmidt und Parlamentarische Staatssekretärin Elisabeth Winkelmeier-Becker

In den RheinlandStudios von RheinlandAkustik fand am Mittwoch, 26. Mai, das erste virtuelle Unternehmerfrühstück des Unternehmerclubs pro Troisdorf und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft TROWISTA statt. Gäste waren Elisabeth Winkelmeier-Becker, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, sowie Troisdorfs Bürgermeister Alexander Biber. Sie stellten sich den Fragen des pro Troisdorf-Vorstandsvorsitzenden Christian Seigerschmidt und des TROWISTA-Geschäftsführers Wolf-Dieter Grönwoldt. Mehr als 120 Unternehmerinnen und Unternehmer hatten sich für den Live-Stream angemeldet. „Wir gehen neue Wege, um auch in Zeiten der Distanz Kontakt zu halten und gemeinsam mehr zu erreichen“, erklärte dazu pro Troisdorf-Vorsitzender Christian Seigerschmidt.  

Zu Beginn der virtuellen Runde informierte TROWISTA-Chef Grönwoldt, wie eng sein Team die Troisdorfer Betriebe in der Krise betreut hat. Vorläufiges Fazit: Die Stadt sei auch dank staatlicher Hilfsmaßnahmen glimpflich davongekommen: „Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Troisdorf ist mit 32 000 stabil geblieben.“ Auch die Zahl der Gewerbeanmeldungen überwiege mit rund 800 die Zahl der Abmeldungen (700) und ist auf Vorjahresniveau. Troisdorf sei sehr gefragt, was Gewerbeflächen angehe.  

Grönwoldt zur Digitalisierungsoffensive in Troisdorf: „Mit der neuen Veranstaltungsreihe Digital-Forum Troisdorf treiben wir Digitalisierungsthemen aktiv voran. Zudem sind wir froh, mit dem vom Bund mit rund 3,6 Millionen Euro geförderten Innovationsprojekt 5G-im Industriestadtpark Troisdorf mögliche Anwendungen zu erforschen, die dann bundesweit übertragen werden können.  Aktuell untersuchen zwei Unternehmen hier den Einsatz von Mixed Reality zur Fernwartung von Produktionsanlagen sowie ein 5G-basiertes Informations- und Leitsystem für Gabelstapler“.

Bürgermeister Alexander Biber informierte im Interview mit Christian Seigerschmidt über die am 3. Mai aufgelegte Kampagne „Troisdorf-Gutschein +plus“. Die Stadt nimmt 500 000 Euro in die Hand, um den lokalen Handel, Dienstleistung und Gastronomie in Pandemie-Zeiten zu unterstützen. Sie finanziert damit zu einem wesentlichen Teil 25-Prozent-Rabattgutscheine für Handel, Dienstleistung und Gastronomie in Deutschland.

Bibers Zwischenbilanz: „Inzwischen haben wir 3600 Gutscheine mit einem Volumen von 440 000 Euro verkauft. 115 000 Euro sind nach nur drei Wochen bereits in den heimischen Handel und die Gastronomie zurückgeflossen.“ In der durch Corona beschleunigten Auseinandersetzung lokaler Anbieter mit dem Online-Handel hat er gemeinsam mit der TROWISTA ebenfalls bereits Initiative ergriffen: Beim Land NRW ist ein Förderantrag aus Troisdorf in Arbeit, über den das Portal www.troisdorf.city zum Bestellportal für lokale Anbieter ausgebaut werden soll. Ein weiteres Thema sei die weitere Entwicklung der Innenstadt. Ein Förderprogramm des Landes ermögliche Vergünstigungen für Gewerbemieter, und damit auch Neugründer, so Biber.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Elisabeth Winkelmeier-Becker nahm Stellung zu den Vorteilen digitaler Technologien und der Leichtbau-Technologie, die auch unter Aspekten der Energieeinsparung interessant ist – zum Beispiel, um leichtere, energieeffizientere Autos und Flugzeuge zu bauen. Ihr Ministerium hat deshalb eine mit 300 Millionen Euro bezuschusste Leichtbau-Initiative aufgelegt.

Winkelmeier-Becker zum Thema „Digitalisierung“: „Die Corona-Situation hat dafür gesorgt, dass sich auch Unternehmen mit Digitalisierung auseinandergesetzt haben, die dies bisher noch nicht getan haben. Wir unterstützen das im Bundeswirtschaftsministerium durch Programme wie zum Beispiel „Mittelstand 4.0“ (https://bit.ly/3upYQ3c). Sie rief Unternehmen dazu, solche Programme zu nutzen und damit Ressourcen zu heben. Sie riet kleineren Unternehmen mit neuen Ideen dazu, mit großen, etablierten Firmen zu kooperieren, um neue digitale Ideen voranzubringen und den Standort Deutschland gemeinsam noch wettbewerbsfähiger zu machen. 

Digitalisierung könne Ressourcen heben. Ein Beispiel dafür seien in die in Corona-Zeiten vielfach genutzten Videokonferenzen. Vernetztes Arbeiten im Homeoffice könne auch verkehrsentlastend wirken.

Auch die Kreislaufwirtschaft ist ein Schwerpunkt der Staatssekretärin. Bislang würde etwa ein Drittel aller eingesetzten Rohstoffe nicht recycelt, „obwohl sie es könnten“. Auch in der Batterie-Technologie müsse Recycling stärker mitgedacht werden.

Zur Frage nach staatlicher Unterstützung verwies sie auf zahlreiche Beratungsangebote ihres Ministeriums und rief Unternehmer dazu auf, die Homepage des BMWi zu besuchen. Eine Übersicht findet sich hier: https://bit.ly/3usuooO   

Ein Thema im pro Troisdorf-Interview mit Christian Seigerschmidt waren die auch im internationalen Vergleich hohen Energiekosten in Deutschland. Eine Ursache dafür, so Winkelmeier-Becker, seien die Kosten für CO2-Emissionen. Sie forderte ein gemeinsames internationales Vorgehen. Dann könne aus den frühzeitigen Bemühungen Deutschlands um CO2- sowie Energieeinsparung und -effizienz ein Wettbewerbsvorteil werden, da Deutschland schon über entsprechende Technologien und Produkte verfüge. Unabhängig davon sei es wichtig, dass „wir für ausreichend preiswerte und saubere Energie sorgen“. Die EEG-Umlage müsse in Zukunft sinken.

Fazit dieses Morgens von Elisabeth Winkelmeier-Becker, Bundestagsabgeordnete für den Rhein-Sieg-Kreis I und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium:

„Wir haben in Troisdorf einen traditionellen und starken Industriestandort. Es geht darum, in innovative Technologien zu investieren, die Energiewende zu schaffen und gleichzeitig erfolgreich zu bleiben. Gerade Troisdorf mit dem Schwerpunkt Kunststoffindustrie ist stark aufgestellt, wenn es um neue Materialien und innovative Entwicklungen geht. Ganz konkret haben wir das erlebt, als es darum ging, die Masken- und Vliesherstellung schnell aufzunehmen.“

Das virtuelle Unternehmerfrühstück kann hier zeitnah abgerufen und angeschaut werden: https://bit.ly/3un1Ahy

(Text: Carsten Seim für pro Troisdorf e.V.)